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Hofkäserei Lang liefert jetzt auch Schulmilch

Samstag, 31. Oktober 2009

Milch in Flaschen

 

 

 

 

 

 

Kirchendemenreuth. (wb) Die Familie Lang vom „Annersnhof“ in der Oed packt lieber zu statt zu jammern. Vor fast sechs Jahren
begann Renate Lang damit, sich eine Hofkäserei einzurichten, um die Milch direkt zu vermarkten und bessere Erlöse zu
erzielen. Nun hat sie sich mit Schulmilch ein zusätzliches Standbein geschaffen. „Wenn ich sehe, welch ein Aufwand
und wie viel Arbeit in einem Liter Milch stecken und dies mit dem Erlös, den die Molkereien für das gesunde
Lebensmittel bezahlen, vergleiche, dann blutet mir das Herz“, erzählt die Bäuerin. An Vergleiche mit Limonade mag sie gar nicht denken.
Milch werde mittlerweile regelrecht verschleudert. Ein Berater von der Universität für Milchwirtschaft in Hohenheim bei Stuttgart habe für den „Annersnhof“
einmal eine Rechnung aufgemacht, nach der mindestens 26 Cent nötig sind, um einen Liter Milch zu erzeugen. Lang: „Dann darf aber überhaupt
nichts dazwischenkommen, keine Probleme im Stall und kein Unwetter auf dem Feld, was freilich selten der Fall ist.“
22 Kühe stehen bei den Langs im Stall. Aus allen Himmelsrichtungen kommen die Käufer, um Schmankerln wie Bärlauch und Bockshornkleekäse
zu kaufen. Auch in vielen Einkaufsmärkten gibt es den Käse mittlerweile in Regionaltheken. Das hat Renate Lang dazu ermutigt, die
Selbstvermarktung auszubauen. Sie beschloss, die ohne genveränderte Futtermittel erzeugte Milch in leckeren
Geschmacksrichtungen selbst an Schulen zu liefern. Bei der zuständigen eauftragten vom Amt für Landwirtschaft n Weiden, Jutta Forster,
rannte sie mit dieser Idee offene Türen ein. „Regionaler geht es kaum“, freut sich die Fachfrau. Sie stellte den
Kontakt zu Betrieben im Landkreis Cham und Nürnberger Land her, die Schulmilch erfolgreich direkt vermarkten.
Lang suchte ein einfaches und kostengünstiges Modell. „Das Risiko, immense Summen in eine Abfüllung zu investieren und dann die Erfahrung zu machen, dass die
Schulmilch nicht angenommen wird, war mir zu groß“, erzählt Lang. Ein Betrieb, der Milch von Hand in Kunststoff-Schraubflaschen abfüllte,
imponierte ihr. Im vergangenen Schuljahr startete sie damit einen Testlauf an der Grund- und Hauptschule in Altenstadt, die ihre Kinder
besuchen. Der Verkauf über die Hausmeister kam super an. Mit Hilfe von Landrat Simon Wittmann, der sich als Naturparkvorsitzender ungemein
für die Vermarktung regionaler Produkte einsetzt, konnte sie im September den Schulversuch auf die Lobkowitz-Realschule in Neustadt
ausdehnen. Mittlerweile hat sie an die 1000 Flaschen verkauft. Das bedeutet, dass nur mehr rund die Hälfte der auf dem Hof gewonnenen
Milch den Weg in die Molkerei antritt. Wichtig ist der Bäuerin, die Milch so schonend wie möglich unter Erfüllung aller gesetzlicher Vorschriften
abzufüllen. „Sie ist nur pasteurisiert, das heißt sie wird 35 Minuten lang auf 65 Grad erhitzt und anschließend auf vier Grad abgekühlt“, erläutert
Lang. Durch die kurze Zeitdauer der Hitzeeinwirkung und die mäßige Temperatur werden Lebensmittelverderber wie Milchsäurebakterien und
Hefen sowie krankheitserregende Bakterien zuverlässig abgetötet, ohne dabei den Geschmack und die Konsistenz
des Lebensmittels bedeutend zu verändern. „Die Milch schmeckt einfach vollmundiger, frischer und aromatischer als die H-Milch aus den
Molkereien“, findet Jutta Forster vom Landwirtschaftsamt. Dieses Verfahren, hat einen Nachteil: Das Getränkist nur wenige Tage haltbar.
Drei Milchsorten Bislang gab es damit keine Probleme, weil die 0,25-Liter-Fläschchen zu 60 Cent super ankommen. Der absolute
Renner ist Milch in der Geschmacksrichtung Eiskaffee. Außerdem hat Lang noch Erdbeer- und Schokomilch im Programm, die sie mit Fertigzusätzen
aus dem Fachhandel anmischt. Richtig weiße Naturmilch gibt es (noch) nicht. „Die wollen die Kinder einfach nicht“, bedauert die Bäuerin.
Um die Fahrten an die Schulen noch ein wenig lukrativer zu machen, liefert sie inzwischen auch Trinkjoghurt
dazu, die es mit Erdbeer- und Vanillegeschmack gibt.